Im ersten Teil des Kapitels Papageienkrankheiten möchte ich auf Besonderheiten bei Erkrankungen von Papageienvögeln eingehen.

Die folgenden Beiträge über spezielle Erkrankungen werden sich auf Anfragen beziehen bzw.
die wichtigsten Erkrankungen behandeln. Gerne können Sie Ihre Anfragen an mich richten (siehe Kontakt).
 
Ein Problem bei der Erkennung und rechtzeitigen Behandlung von Krankheiten bei Vögeln ist, daß Krankheitssymptome sehr spät im Verlauf der Erkrankung gezeigt werden, was völlig normal bei Wildtieren ist, denn Feinde dürfen die Schwäche ja nicht erkennen.

Zur späten Ausprägung der Krankheitssyptome kommt noch hinzu, das die unterschiedlichsten Erkrankungen durch ähnliche Symtome gekennzeichnet sind. Das heißt, ein kranker Vogel sitzt meist apathisch mit aufgeplustertem Gefieder in seinem Käfig.

Oft ist die Kloakengegend mit dünnflüssigem Kot verschmiert und auf dem Käfigboden findet sich vermehrt dünnflüssiger oder
wäßriger Kot, daß deutet auf eine Erkrankung des Verdauungssystems hin. Auch ist bei kranken Papageien oft eine erhöhte Atemfrequenz festzustellen oder findet man im Kopfbereich verschmierte Federn, durch Erbrechen, Nasen- oder Augenausfluß.

Jetzt ist höchste Eile geboten. Einige Maßnahmen sollten sofort ergriffen werden, wenn man nicht umgehend einen Fachmann in Bezug auf
Papageienkrankheiten aufsuchen kann .Meist wird es ein Tierarzt sein, der einige Erfahrungen auf diesem Gebiet hat,
oft sind aber auch erfahrenere Züchter in der Lage und haben das notwendige Arzneimittelsortiment, um die häufigsten Krankheiten zu erkennen und zu behandeln.

Zu den ersten Maßnahmen, die bei erkrankten Vögeln durchzuführen sind, gehört die separate Haltung in einem Krankenkäfig, der in einer
Ecke durch eine Wärmelampe bestrahlt wird. Der Vogel kann so seinen Wärmehaushalt besser stabilisieren. Vögel haben einen hohen Stoffwechselumsatz und benötigen in Bezug auf ihr Körpergewicht, im Vergleich zum Säugetier, wesentlich mehr Energie. Da im Krankheitsfall oft kein oder wenig Futter und Wasser aufgenommen wird, kann durch eine Gabe von energiereicher Nahrung und Flüssigkeit schon viel getan werden. Dazu gehört allerdings, daß über eine Spritze mit einer Knopfkanüle (evtl. auch Ventilgummi) der Brei in den Kropf verabreicht wird. Ein erfahrener Züchter kann Ihnen dies sicher zeigen.

Man benötigt diese Maßnahme auch oft bei der Gabe
von Medikamenten, da eine Dosierung über das Futter oder Wasser ungenau ist und von kranken Vögeln verweigert wird. Für den Halter von Einzeltieren wird dies weniger wichtig sein, aber als Züchter mit einem größeren Bestand sollte man diese Methode beherrschen.

Auch bei einigen Prophylaxemaßnahmen, wie z.B. der Wurmkur bei Volierenvögeln ist diese Art der Verabreichung sinnvoll. 
 

Die geschilderten Maßnahmen sind notwendig,  wenn man nicht in kürzester Frist einen Tierarzt mit speziellen Kenntnissen aufsucht,
der dann je nach Bedarf eine spezielle Diagnostik zur genauen Abklärung der Erkrankung veranlassen wird.

Wichtig für den Besuch beim Tierarzt ist, den Vogel in seinem Krankenkäfig zu belassen. Der Tierarzt kann abgegangenen Kot begutachten
und für den Vogel ist oftmaliges Fangen natürlich auch Streß. Je konkreter die Krankheitssymptome und Haltungsbedingungen beschrieben werden, je konkreter kann eine Diagnostik und Therapie eingeleitet werden.

Bei konkreten Anfragen gebe ich Ihnen gern weiterführende Informationen.